Ein Sheepskin-Halfpad kann ein Problem lösen, das ein deutscher Sattler für 500 € nicht löst. Anatomisch unpräziser Sattel, leicht asymmetrische Schulter, Konditionsänderungen über die Saison – ein Halfpad bedient diese Nuancen für 185 €. Sehen wir uns an, wann ein Halfpad eine sinnvolle Investition ist und wann nur ein „Sicherheits-Kauf".
Was ist ein Halfpad
Ein Halfpad ist eine Polsterschicht zwischen Sattel und Schabracke. Meist aus Lammwolle (Merino) oder synthetischem Vegan-Sheepskin. Primär löst es:
- ungleichmäßigen Satteldruck auf den Pferderücken
- Stoßabsorption beim Springen
- Hautschutz an Stellen mit empfindlichem Fell
- kleine Korrekturen der Sattelneigung
Kentucky Half Pad Sheepskin Impact Equalizer (185 €)
Der Kentucky Impact Equalizer ist das meistverkaufte Spring-Halfpad. Aufbau:
- Außenschicht – Lammwolle im gesamten Umfang
- Innenschicht – Polymer-Netz, das Stöße beim Aufkommen absorbiert
- Mittelkanal – ermöglicht freie Luftzirkulation entlang der Wirbelsäule
Ideal für: Springtraining und Parcours, Pferde mit flachem oder leicht absinkendem Rücken.
Kentucky Half Pad Correction Impact (185 €)
Das Kentucky Half Pad Correction Impact hat austauschbare Keileinlagen vorn oder hinten. Es ermöglicht:
- Anpassung eines vorne drückenden Sattels – Vorderkeil
- Anpassung eines hinten drückenden Sattels – Hinterkeil
- Symmetriekorrektur bei leicht asymmetrischem Pferd
Ideal für: Pferde, deren Sattel nicht perfekt passt und bei denen das Sattler-Fitting aufgeschoben oder teuer ist.
CWD Fitting Pad (280 €)
Das CWD Fitting Pad ist ein Premium-Halfpad aus Frankreich mit dichterer Polymerschicht und hochwertigerer Innentextilie. Für intensiv trainierte Pferde (5–6 Trainings pro Woche), die maximale Stoßabsorption brauchen.
Wann ein Halfpad einsetzen
Ja
- vor geplantem Sattler-Fitting als Zwischenlösung
- für Pferde mit flachem Rücken (niedriger Widerrist)
- für empfindliche Pferde mit wiederholten Druckstellen
- für junge Pferde, deren Kondition sich noch ändert
- für ältere Pferde mit Muskelverlust
- beim Training auf hartem Untergrund (Parcours auf Beton, Asphaltweg)
Nein
- bei einem eng, aber perfekt sitzenden Sattel (ein Halfpad würde den Druck verschlechtern)
- bei einem Pferd mit deutlich hohem Widerrist (Sattel würde nach vorne kippen)
- wenn Sie chronische Asymmetrie „lösen" wollen – das ist Tierarztthema
Wie man erkennt, dass der Sattel Fitting braucht
Unabhängig vom Halfpad – bei diesen Signalen ist Sattler-Fitting nötig:
- weiße Haare („Fitting-Punkte") hinter dem Widerrist oder im Gurtbereich
- wiederholte Druckstellen bei stabilem Training
- Pferd stört beim Satteln mit dem Kopf
- Sattel schwingt seitlich
- Pferd „untertritt" oder „hebt" den Rücken ungewöhnlich
Kombination Halfpad + Schabracke
Ein Halfpad wird zusätzlich zur Schabracke verwendet, nicht statt ihr. Reihenfolge (vom Pferderücken aus):
- Schabracke (z. B. CT Jumping Jersey)
- Halfpad (Kentucky oder CWD)
- Sattel
Pflege des Schaffell-Pads
Lammwolle kann nicht wie eine normale Schabracke gewaschen werden:
- ausschließlich in der chemischen Reinigung waschen (oder per Hand mit mildem Waschmittel bei 30 °C)
- frei trocknen, niemals in Sonne oder Trockner
- zwischen Trainings anhaftendes Pferdehaar ausbürsten
- bei stärkerem Schwitzen kleine Menge Trocknungspuder (Babypuder) auftragen
Halfpads in Half Pads, Schabracken in Saddle Pads.
