Eine Schabracke ist kein Dekorelement. Sie ist die letzte Schicht zwischen Sattelpanel und Pferderücken und entscheidet über drei Dinge: Schutz des Sattelleders vor Schweiß, Wärmeableitung und gleichmäßige Druckverteilung. Eine billige Schabracke für 20 € macht das Gegenteil – hält Feuchtigkeit zurück, bildet Druckpunkte und ruiniert in zwei Saisons das Sattelleder. Eine hochwertige Schabracke für 80–185 € hält 3–5 Jahre und schützt einen 4 000-€-Sattel.
Dicke: Warum „dicker" nicht „besser" bedeutet
Drei Standarddicken der Schabracke:
- Dünn (0,5–1 cm) – Turnierschabracke für möglichst direkten Sattelkontakt zum Rücken. Für gut passenden Sattel mit Wool-Flocking-Pauschen.
- Mittel (1,5–2 cm) – universeller Trainingsstandard. Am meisten verwendet, schützt das Leder ohne den Fit zu ändern.
- Dick (über 2,5 cm) – nur Schule oder Freizeit. Nie Lösung für schlechten Sattel. Wenn dickerer Pad besser scheint, passt der Sattel nicht.
Achtung: Dicker Pad ändert die Tree Width um halbe bis eine Stufe. Haben Sie Medium-Sattel und legen 3 cm Pad darunter, spürt das Pferd den Fit wie Narrow – Sattel drückt auf den Widerrist, Bridging entsteht. Das ist der häufigste Grund, warum ein „gut passender" Sattel nach Pad-Wechsel schmerzt.
Material: Jersey, Quilted, Sheepskin, Memory Foam
Quilted Cotton (CT Bubble Quilt, Kentucky Pied de Poule) – klassisches Material, Baumwollschicht mit geometrischer Steppung. Feuchtigkeitsdurchdringung schnell, Trocknen in 4 Stunden. Für tägliches Training in Sommersaison.
Technischer Jersey (CT Jersey Series, CT Academy) – synthetisches Material mit Feuchtigkeitsableitung nach außen. Für intensives Training mit starkem Schwitzen. Air Jumping Saddle Pad CT (150 €) hat zusätzlich Perforation im Widerristbereich für Belüftung.
Sheepskin (Kentucky Sheepskin Jumping, Hunter Vegan Sheepskin) – natürlich oder synthetisch, beste Amortisation und Thermoregulation. Nachteil: höherer Preis, aufwändigere Wäsche (nur per Hand, bei 30 °C).
Memory Foam – langsame Reaktion, passt sich allmählich dem Druck an. Für Pferde mit scharfen Widerristen oder Asymmetrie. Nachteil: langsame Trocknung, im Winter kann hart werden.
Form: anatomischer Schnitt und Spine Clearance
Eine hochwertige Schabracke hat einen anatomischen Schnitt im Widerristbereich – die obere Kurve ist so ausgeschnitten, dass zwischen Wirbelsäule des Pferdes und Unterlage 2–3 cm Platz bleiben. Ohne diesen Raum drückt der Pad auf den Processus Spinosus und bildet eine schmerzhafte Stelle.
Bei billigen Pads ist der obere Rand gerade, ohne Ausschnitt. Bei Druck in der Mitte sitzt er auf der Wirbelsäule und erzeugt permanenten Druck. Hochwertige Jumping Pads CT, Kentucky und Lamicell haben Ausschnitt von mindestens 3–4 cm.
Jumping oder Dressage: Was ist der Unterschied
Ein Jumping Pad hat einen scharf geschnittenen Hinterteil (folgt der Hinterkante des Springsattels) und einen breiteren Vorderteil für die Sattelblattdeckung. Ein Dressage Pad hat geraden Hinterteil und schmaleren Vorderteil – spiegelt den Dressursattel mit längerem senkrechten Sattelblatt. Ein universeller GP Pad ist Kompromiss, passt auf beides, aber auf keines optimal.
Für Springreiter empfehlen wir:
- Tägliches Training: Sammy Collection Kentucky (80 €), Lamicell AP Midnight (65 €), RG Jumping Saddle Pad (120 €)
- Turniertraining: CT Bubble Quilt (185 €), CT Velvet Jumping (185 €)
- Turnier: Absorb Kentucky (75 €) – dünn, eleganter Auftritt im Ring
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Waschen: Warum immer per Hand
Quilted-Cotton-Pads können Sie in der Maschine bei 40 °C waschen, aber Technical Jersey und besonders Sheepskin nur per Hand. Das Waschmittel in der Maschine zerstört die Oberflächenschutzschicht des Jersey-Materials – der Pad verliert nach 10–15 Wäschen die Thermoregulationsfunktion.
Richtige Reinigung:
- Nach dem Training groben Schmutz ausschütteln, an der Luft trocknen lassen
- 1× wöchentlich in lauwarmes Wasser mit 10 ml Flüssigwaschmittel auf 10 l eintauchen
- Vorsichtig ausdrücken, nicht auf der Heizung trocknen
- Sheepskin nur per Hand und mit Wollmittel
Wie viele Pads Sie brauchen
Minimum: 2 Pads für tägliche Rotation (einer trocknet, einen nutzen Sie). Optimal: 4 Pads – 2 Training, 1 Turnier, 1 Reserve. Pro Jahr bei 4 Trainings pro Woche brauchen Sie 2–3 Pads, weil Sheepskin nach 200 Trainings deformiert und die Amortisation verliert.
Fehler: Investition in Pad statt in Sattel
Der Reiter kauft einen 2 000-€-Sattel und einen 200-€-Pad. Wenn der Sattel nicht passt, probiert er „besseren" Pad für 250 €. Nach einem halben Jahr hat er 5 Pads für 1 200 € und der Sattel passt immer noch nicht. Richtige Reihenfolge: zuerst Sattel beim Sattler, dann angemessener günstiger Pad 80–100 €. Ein Pad ist keine Korrektur, sondern Zubehör.
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